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Zwei gehäkelte Hunde mit individuell gefilztem Fell

Tipps & Tricks

Fell filzen bei Amigurumi

Mit Filzwolle lassen sich gehäkelten Tieren Fellzeichnungen, weiche Farbübergänge und sogar längere Fellpartien geben.

Gerade bei meinen gehäkelten Hunden nutze ich diese Technik gern, wenn Garn allein nicht ausreicht, um die typische Zeichnung oder den Charakter des Tieres umzusetzen.

Was bedeutet Fell filzen?

Beim Filzen werden einzelne Fasern der Filzwolle mit einer speziellen Filznadel direkt in das gehäkelte Maschenbild eingearbeitet. Die kleinen Widerhaken an der Nadel sorgen dafür, dass sich die Fasern miteinander und mit dem Garn verbinden.

Dadurch kann ich Farben viel freier platzieren als beim Häkeln. Kleine Augenbrauen, Flecken, weiche Übergänge oder längeres Fell lassen sich genau dort ergänzen, wo ich sie brauche.

Besonders bei individuellen Hunden macht oft erst das gefilzte Fell aus einer gehäkelten Figur genau diesen einen Hund.

Vorbereitung

Das brauchst du

  • Filzwolle in den benötigten Farben
  • eine Filznadel
  • eine feste Filzunterlage oder Schaumstoffunterlage
  • dein fertig gehäkeltes Amigurumi
  • optional Textilstifte für kleine zusätzliche Details

Für Fellzeichnungen reichen oft überraschend kleine Mengen Filzwolle. Ich arbeite deshalb lieber nach und nach und nehme zunächst weniger Material.

Filzwolle, Filznadel, Textilstifte und Zubehör zum Filzen von Amigurumi

Bitte beachten

Die Filznadel ist extrem spitz

Filznadeln besitzen kleine Widerhaken und sind deutlich spitzer als eine normale Häkelnadel. Arbeite deshalb langsam und kontrolliert und lege nach Möglichkeit immer eine feste Unterlage hinter die Stelle, die du gerade bearbeitest.

Gerade bei kleinen Details solltest du darauf achten, dass deine Finger nicht direkt hinter der Einstichstelle liegen.

Eine kleine Menge Filzwolle wird auf ein gehäkeltes Tier aufgelegt

01

Mit wenig Wolle beginnen

Zupfe zuerst nur eine kleine Menge Filzwolle ab und lege sie locker auf die gewünschte Stelle.

Gerade am Anfang sieht die Menge oft viel zu wenig aus. Beim Filzen verdichtet sich die Wolle jedoch und zusätzliche Fasern lassen sich jederzeit ergänzen.

Lieber dreimal wenig Wolle ergänzen als einmal zu viel verwenden.

Filzwolle wird mit einer Filznadel auf einem gehäkelten Hund fixiert

02

Die Wolle zuerst nur fixieren

Steche zunächst vorsichtig an einigen Stellen durch die Filzwolle in das gehäkelte Maschenbild. So hält die Wolle bereits, lässt sich aber noch verschieben und korrigieren.

Erst wenn Form und Position stimmen, arbeite ich die Fasern mit weiteren Einstichen fester ein.

Kleine gefilzte Fellzeichnung an einem gehäkelten Hund

03

Kleine Fellzeichnungen aufbauen

Für kleine Flecken oder Augenbrauen beginne ich in der Mitte der Fläche und arbeite mich langsam zum Rand vor.

So lässt sich die Form besser kontrollieren. Die Außenkante muss dabei nicht überall völlig geschlossen sein. Gerade einzelne auslaufende Fasern lassen eine Fellzeichnung natürlicher wirken.

Weicher Farbübergang aus gefilzter Wolle an einem gehäkelten Hund

04

Übergänge weich auslaufen lassen

Bei natürlichen Fellzeichnungen vermeide ich möglichst harte, gerade Kanten. Stattdessen lasse ich die Fasern zum Rand hin immer dünner werden.

Treffen zwei Farben aufeinander, können einzelne Fasern beider Farben leicht ineinandergearbeitet werden. Dadurch entsteht ein deutlich weicherer Übergang.

Eine andere Technik

Längeres Fell filzen

Längeres Fell arbeite ich anders als eine flächige Fellzeichnung. Die Fasern sollen schließlich nicht komplett im Häkelstück verschwinden, sondern locker herausstehen.

Längere Filzwolle wird an einem gehäkelten Hund angesetzt
Ansatz Die Fasern werden nur an einem Teil festgefilzt.
Fertiges langes gefilztes Fell an einem gehäkelten Hund
Fertig Der restliche Teil der Fasern bleibt locker und bildet das Fell.

Dafür lege ich einen längeren Strang Filzwolle in der gewünschten Wuchsrichtung auf und filze nur den Ansatz fest. Der übrige Teil bleibt lose.

Arbeite auch hier lieber in mehreren dünnen Schichten. So kannst du Länge, Dichte und Richtung des Fells nach und nach bestimmen.

Feinarbeit

Kleine Details brauchen Geduld

An Ohren, rund um die Augen oder an sehr schmalen Fellzeichnungen arbeite ich mit besonders kleinen Wollmengen.

Hier lohnt es sich, das Tier zwischendurch immer wieder aus etwas Entfernung anzusehen. Direkt vor der Nase fallen kleine Unterschiede oft kaum auf, im Gesamtbild dagegen sofort.

Detailarbeit mit Filzwolle an einem gehäkelten Hund

In Bewegung

So sieht das Filzen in der Praxis aus

Auf Fotos lässt sich viel zeigen. Wie die Nadel tatsächlich geführt wird und wie sich die Fasern nach und nach mit dem Häkelstück verbinden, sieht man in Bewegung aber noch besser.

Der Unterschied

Vorher und nachher

Der gehäkelte Grundkörper gibt Form und Proportionen vor. Erst durch die Fellgestaltung kommen Zeichnung, Struktur und viele der individuellen Merkmale hinzu.

Gehäkelter Hund vor der Gestaltung mit Filzwolle
Vorher Der fertig gehäkelte Grundkörper
Gehäkelter Hund nach der individuellen Gestaltung mit Filzwolle
Nachher Mit Fellzeichnung und längeren Fellpartien
Gehäkelter Hund während der Gestaltung mit Filzwolle

Schritt für Schritt

Die Veränderung entsteht nach und nach

Gerade bei individuellen Tieren versuche ich nicht, das komplette Fell in einem Schritt fertigzustellen.

Ich arbeite mich Bereich für Bereich vor, vergleiche immer wieder mit meiner Vorlage und ergänze erst dann weitere Fasern.

So bleibt jederzeit die Möglichkeit, Form, Farbe und Ausdruck noch ein wenig anzupassen.

Meine Erfahrung

Meine Tipps aus der Praxis

01

Weniger ist mehr

Filzwolle lässt sich problemlos ergänzen. Zu viel bereits fest eingefilzte Wolle wieder zu entfernen ist deutlich schwieriger.

02

Erst fixieren

Lege Form und Richtung zunächst nur grob fest. Verdichte die Fläche erst, wenn du mit ihrer Position zufrieden bist.

03

Mit Fotos vergleichen

Bei einem echten Tier dienen mir Fotos aus verschiedenen Perspektiven als Vorlage. So lassen sich Zeichnungen deutlich besser übertragen.

04

Die Wuchsrichtung beachten

Vor allem bei längerem Fell entscheidet schon beim Ansetzen der Fasern die Richtung darüber, wie das Fell später fällt.

05

Immer wieder Abstand nehmen

Lege das Tier zwischendurch weg und betrachte es aus etwas Entfernung. Proportionen und Unterschiede fallen dann oft viel schneller auf.

06

Nicht zu fest arbeiten

Besonders bei kleinen Amigurumis reicht es aus, die Fasern sicher zu befestigen. Zu viele Einstiche können das Häkelstück unnötig stark verdichten.

Gehäkeltes Tier mit individuell gestalteten Filzdetails

Einfach ausprobieren

Du musst nicht gleich ein komplettes Fell filzen

Schon eine kleine Augenbraue, ein Fleck an der Schnauze oder etwas längeres Brustfell kann eine gehäkelte Figur deutlich verändern.

Wenn du die Technik zum ersten Mal ausprobierst, beginne deshalb ruhig mit einem kleinen Detail. Mit etwas Übung bekommst du schnell ein Gefühl dafür, wie wenig Wolle und wie wenige Einstiche tatsächlich nötig sind.

Und dann heißt es eigentlich nur noch: Wolle auflegen und ausprobieren.